Bohrung ist der Prozess zur Errichtung eines Bergbaus meist in zylindrischer Form (Sprengloch, Bohrloch, Schacht), wobei die Gesteine an der Bohrlochsohle zerkleinert und die Zerkleinerungsprodukte entsorgt werden. Gebohrt wird hauptsächlich in der Erdkruste.

Nach der Art der Gesteinszerkleinerung werden folgende Bohrverfahren unterschieden:

  • mechanische Bohrung (Drehbohrung, Schlagbohrung, Schlag-Dreh-Bohrung, Dreh-Schlagbohrung);
  • thermische Bohrung (Flammenstrahlbohrung, Plasmabohrung);
  • elektrische Bohrung;
  • Sprengbohrung;
  • hydraulische Bohrung.

Die Bohrung dient zur Suche und Erkundung der Vorkommen, zur Erforschung des geologischen Aufbaus der Erdkruste, zur Förderung der Bodenschätze aus dem Erdinneren, zur Entwässerung und Lüftung der unterirdischen Bauten, zur Einrichtung der Pfahlfundamente etc.

Beim Bohren wird gewöhnlich die bohrlochnahe Gesteinsmasse zerstört (Vollbohrung). Beim Bohren mit Entnahme des Gesteinsmusters – des Kerns – wird nur der ringförmige Raum an der Bohrlochwandung zerstört, und der innere Gesteinsstapel wird in unzerstörtem Zustand für die Erforschung des geologischen Aufbaus des Vorkommens herausgezogen.

Basisbohrung – wird für die Untersuchung des geologischen Aufbaus und der hydrologischen Bedingungen großer Regionen und die Bestimmung allgemeiner Gesetzmäßigkeiten für die Verbreitung von Komplexen von Ablagerungen, die für eine Ansammlung von Öl und Gas günstig sind, zwecks Auswahl der perspektivreichsten geologischen Erkundungsarbeiten nach Öl und Gas genutzt.

Parameter-Bohrungen – werden für das Studium des tiefen geologischen Aufbaus sowie für eine Vergleichsbewertung der Perspektiven für die Öl- und Gashaltigkeit möglicher Zonen einer Ansammlung von Öl und Gas genutzt. Mit ihrer Hilfe ermittelt man die perspektivreichsten Gebiete für detaillierte geologische Arbeiten, gewinnt man aber auch erforderliche Angaben über die geologisch-geophysikalische Charakteristik des Querschnitts der Ablagerungen zwecks Präzisierung der Ergebnisse seismischer und anderer geophysikalischer Untersuchungen.

Strukturbohrung – wird zur Feststellung und Vorbereitung des Such- und Erkundungsbohrens auf perspektivreichen Flächen niedergebracht. Anhand der durch das Bohren gewonnenen Daten bestimmt man die Lagebedingungen, die lithologische Zusammensetzung und die stratigraphische Lage der zu untersuchenden Schichten an verschiedenen Punkten. Und auf ihrer Grundlage werden geologische Profile für die jeweilige Fläche erarbeitet.

Such- bzw. Schürf- oder Prospektionsbohrung – wird auf den Flächen niedergebracht, die durch geologische Sucharbeiten zwecks Entdeckung neuer Lagerstätten und Ermittlung neuer Formationen auf bereits entdeckten Feldern vorbereitet worden sind.

Erkundungsbohrung – wird auf Flächen mit einer ermittelten industriellen Öl- und Gashaltigkeit zwecks Vorbereitung von Öl- und Gasreserven der Industriekategorien im erforderlichen Verhältnis sowie zur Sammlung von Ausgangsdaten für die Ausarbeitung eines technologischen Schemas oder Projekts für die Ausbeutung der Formation niedergebracht.

Mit Hilfe der Produktions- bzw. Förderbohrungen werden Öl- und Gasformationen erschlossen und ausgebeutet. Dieser Typ von Bohrungen wird in mehrere Kategorien unterteilt:

    Produktions- bzw. Förderbohrung — Förderobjekt, das den Transport des Gases aus der Schicht an die Oberfläche durch dessen natürliche Schichtenergie gewährleistet.

    Bewertungsbohrungen dienen zur Beurteilung der Speicherschichten der produktiven Horizonte.

    Einpressbohrungen sind für das Einpumpen von Wasser, Gas, Luft und anderen Mitteln in die produktiven Horizonte bestimmt.

    Beobachtungs- und Druckbeobachtungssonden sind für die Beobachtung der Veränderung des Schichtdrucks, der Temperatur, die Entnahme von Gas- und Wasserproben, der Vorwärtsbewegung der Gas-Wasser-Kontakte und Öl-Wasser-Kontakte, aber auch für die Vornahme geophysikalischer Untersuchungen. Zu den Beobachtungssonden gehören gleichfalls physikalische und Kontrollsonden für den Aufschluss der Kontrollschicht beim Anlegen von Untergrundgasspeichern.

    Zu den Produktions- bzw. Förderbohrungen gehören ebenfalls die Sonden, die für eine thermische Beeinflussung der Schicht bei der Ausbeutung der Felder von hochviskosem Erdöl bestimmt sind.

Spezialbohrung – wird für die Sammlung von Förderfeldwasser (Absorptionsbohrung), die Liquidierung offener Öl- und Gasfontänen sowie für die Erkundung und Förderung von Rohwasser niedergebracht. Zu den Spezialbohrungen gehört die Reservebohrung, die für die Ausspeicherung von Gas aus einem Untergrundspeicher in der Zeit der Spitzennachfrage nach Gas und für die Ersetzung einer Produktionsbohrung dient.